Ochä!
Veröffentlicht am Montag, 7. Dezember 2009, 14:46 | Keine Kommentare
Ich habe ein Problem: Sohnemann beginnt zu reden, allerdings tut er dies noch nicht sehr routiniert. So verbuchselt er häufig wechstaben und lässt bisweilen Silben oder ganze Wortteile weg. Schwierig wird es besonders dann, wenn er tagsüber ein neues Wort gelernt hat und abends, wenn ich heimkomme genau dieses Wort in seine ohnehin schon schwer verständlichen Sätze einbaut. Natürlich gehört das zum reden lernen dazu und das ist auch gut so.
Es ist jetzt einfach so, dass dies bisweilen zu absurden Situationen führt, zumal sein sich ständig erweiternder Wortschafts gekoppelt mit einer unmöglichen Aussprache auch noch einhergeht mit der unglaublichen Phantasie eines Zweijährigen. Als ich ihn also am Samstag aus dem Bett holte und bei dieser Gelegenheit Mäuselchen wickelte, kam er plötzlich mit dem grossen Deckel einer alten Sodastream-Flasche gelaufen, streckte mir diese hin, und sagte laut allerdings mit dem Schnuller im Mund “Ochä!”. Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass ich etwas überfordert war. weiterlesen
Bestechung mit Fischen
Veröffentlicht am Mittwoch, 2. Dezember 2009, 15:21 | Keine Kommentare
Meine Freunde wissen es schon lange: Ich habe das Medium Fernsehen nicht im Griff. Ich bin ein visueller Typ und meine Augen werden von der Glotze derart gefesselt, dass ich mich kaum mehr lösen kann. Anfänglich habe ich mir dabei nichts gedacht, irgendwann versuchte ich mich zu ändern, und als ich das nicht schaffte, verbannte ich den Fernseher aus meinem Privatleben und konzentrierte mich darauf, jene Dinge die ich wirklich sehen wollte auf DVD zu kaufen. Dann lernte ich meine Frau kennen. Sie liebt Fernsehen und dank ihr schaffe ich es heute einigermassen vernünftig mit dem Medium umzugehen, auch wenn ich so wenig wie möglich fernsehe.
Wie auch immer das genetisch, charakterlich, chemisch oder auf andere Weise funktionieren mag: Sohnemann hat meine Veranlagung geerbt. weiterlesen
Ein Klaps in Ehren…?
Veröffentlicht am Dienstag, 1. Dezember 2009, 9:10 | 2 Kommentare
In den gut zwei Jahren, in denen wir nun Kinder haben, habe ich eines gelernt: Trotz aller guten Vorsätze und der liberalen Prägung der heutigen Eltern gibt es kaum ein Kind, welches schon mal im Affekt geschlagen wurde. Zumindest nicht in meinem Bekanntenkreis – und ich gebe es zu: Auch ich habe das schon getan. Dies, obwohl ich davon überzeugt bin, dass körperliche Gewalt in der Erziehung nichts bringt. Die Situation ereignete sich vor etwa zehn Tagen. Sohnemann hatte eine Trotzphase. Er wälzte sich die längste Zeit auf dem Hausplatz, brüllte wie am Spiess, verweigerte jede Kommunikation und als ich ihn dann, weil die Zeit drängte hochnahm, schlug er mich mit beiden Händen heftig ins Gesicht. Da rutschte mir, bevor ich einen klaren Gedanken fassen konnte, die Hand aus.
Ich fühlte mich hinterher furchtbar. Einziger Trost war, dass die Schlag auf seine Wange die Situation blitzartig klärte. Natürlich hat mich das Ereignis ziemlich beschäftigt. Und eben, da fiel es mir auf: weiterlesen
Wahre Schätze
Veröffentlicht am Montag, 30. November 2009, 16:21 | Keine Kommentare
Beim Stöbern in meiner privaten elektronischen Wühlkiste (eine Festplatte mit mittlerweile gegen 30’000 Fotos und etwa 40 Stunden Videoclips von Ferien, Familienfesten, Reisen, Natur – und Kindern ist mir vor ein paar Tagen ein Video von Sohnemann vor die Maus gesprungen. Der Kleine war damals wenig älter als eineinhalb Jahre und das Video zeigt ihn beim durchstöbern seiner Spielkiste.
Dazu muss man wissen, dass unser Sohn von dem Tag an, an dem er kriechen konnte, eine Plastik-Rollbox hatte, in welcher alles, womit er spielte, aufbewahrt wurde. Und zwar wirklich alles: Von einem Holzklotz, verschiedenen Holzspielzeugen, einer Blechschachtel, diversen “echten” Spielzeugen bis hin zu Spielzeugtierchen war alles in der Box vergraben. Das knapp zweieinhalbminütige Video zeigt eigentlich nichts anderes als unseren völlig selbstvergessenen Sohn beim Ausräumen der Box. weiterlesen
Neulich in einem Meeting…
Veröffentlicht am Donnerstag, 19. November 2009, 11:01 | 1 Kommentar
Ich weiss nicht wie es andere Familien mit ihren Kindern erleben, aber bei uns hat sich in den vergangenen zwei Jahren ein regelrechter Kult um einen Gegenstand entwickelt, der nicht einmal primär als Individuum sondern schlicht durch seine Gegenwart in irgend einer Form über Gelingen oder Scheitern so mancher Unternehmung entschied: Den Schnuller. Vorher sah ich das immer recht entspannt, aber mit der Zeit wurde dieser Gegenstand regelrecht unverzichtbar – sei es auf dem Spaziergang, zu Besuch bei Freunden oder ganz einfach in Sohnemanns Bett. Nicht umsonst erhielt der Nuggi (Schnuller auf Schweizerdeutsch) bei uns rasch den wenig schmeichelhaften Kosenamen “Schalldämpfer”. Und ich gebe es offen zu: In vielen Situationen gehen wir in dieser einen Frage den Weg des geringsten Widerstandes und stellen Sohnemann mit einem Gumminoppen ruhig. weiterlesen
Über die Genetik
Veröffentlicht am Montag, 16. November 2009, 17:31 | Keine Kommentare
Um das wichtigste des heutigen Posts gleich vorweg zu nehmen: Meine Frau und ich sind uns zu hundert Prozent sicher, dass unsere Kinder auch unsere Kinder sind. Insbesondere Sohnemann gleicht mir wie aus dem Gesicht geschnitten und es kann, wer uns nebeneinander sieht, keinen Zweifel über seine Herkunft haben.
In ein paar Jahren hingegen dürften sich da ein paar Fragezeichen auftun. Aber ganz langsam und von vorne. Vor ein paar Tagen waren wir mit Sohnemann zur Zweijahreskontrolle beim Kinderarzt. Dieser hatte uns schon vor einiger Zeit verkündet, etwa mit zwei Jahren lasse sich eine ungefähre Prognose über die Endgrösse der Kinder abgeben – wir waren also reichlich gespannt. Denn auch wenn Sohnemann in Sachen Temperament und Charakter vieles von uns hat, bei der Körpergrösse geht er eigene Wege. Ich selber bin wenig mehr als einen Meter sechzig gross, meine Frau sogar noch weniger. weiterlesen
Regenschutz- und Stiefelwetter
Veröffentlicht am Mittwoch, 4. November 2009, 21:20 | Keine Kommentare
Nach einer sehr kurzen Nacht hörte ich mich heute nicht gerade frohlocken ob des wirklich herrlichen Regenwetters. Schon früh regnete es in Strömen und der Regen wurde im Laufe des Morgens sogar noch heftiger. Nun, beste Voraussetzungen für einen gemütlichen Papatag zu Hause – sollte man meinen.
Sohnemanns Temperamentsanzeige lag ungefähr auf dem Niveau einer frisch gezündeten Silvesterrakete mit Nachbrenner und auch wenn er sich nicht heftig daneben verhielt, ging mir – ich gebe es offen zu - der ständige “ichbinauf180undwerdenochweiterbeschleunigen-Lärmpegel” doch allmählich auf die Nerven. Ich tat, was ich immer tue, in solchen Momenten. Rausgehen. Natürlich mit Sohnemann. Der Spaziergang liess sich gleich noch mit einer kleinen Besorgung verbinden – und schliesslich gibt es ja kein schlechtes Wetter sondern höchstens schlecht angezogene Leute. weiterlesen
bdumm…!
Veröffentlicht am Sonntag, 1. November 2009, 23:06 | Keine Kommentare
Sohnemann hat für Dinge die umfallen oder irgendwo herunterfallen (also genau genommen für das um- oder herunterfallen) einen eigenen Ausdruck. Diese Dinge machen “Bdumm!” – und zwar egal ob klein oder gross, ob die Spielzeugkuh auf dem Boden oder der Baum, dessen Fallen wir neulich auf dem Spaziergang beobachtet hatten. Dieses relativ universell einsetzbare, lautmalerische Wort ist auch verwendbar, wenn sich in einem von Papas Videos ein Auto überschlägt (bdumm-tato) oder irgendwo jemand stürzt (das heisst dann beispielsweise bei Papa bdumm-papa).
Wie auch immer: Heute machte Sohnemann ein Experiment in Sachen “bdumm”. Fairerweise muss ich vorausschicken, dass er das nicht absichtlich tat. Mama und ich hatten am Sonntag morgen einen kleinen Auftritt, und während wir uns einsangen machte Sohnemann eine Erkundungstour durch den Saal. Die Blumendeko erregte seine Aufmerksamkeit nicht sonderlich, wohl aber die vier Stahlsäulen, auf welcher sie angeordnet war. weiterlesen
Ach ja: Ferber-Methode Tag IX
Veröffentlicht am Donnerstag, 29. Oktober 2009, 8:22 | Keine Kommentare
Am vergangenen Wochenende hatten wir ja bezüglich Schlaftraining einen kleinen Rückschritt gemacht, den Mäuselchen erstaunlich gut überwunden hat: Mittlerweile schläft sie in der Regel innerhalb von etwa 10 Minuten alleine ein, allerdings geht es noch nicht ohne zu weinen. Was für uns indes viel verblüffender war, ist Mäuselchens allgemeines Schlafverhalten. Abgesehen von zwischenzeitlichen Krisen wegen durchbrechenden Zähnen oder einer hartnäckigen Erkältung, schläft Mäuselchen mit weniger Unterbrechungen und allgemein viel tiefer. Während sie vorher beim Weinen von Sohnemann im Nachbarzimmer (sie selber schläft noch bei uns) regelmässig aufwachte, kriegt sie heute gar nichts mehr davon mit. Und die Schlafphasen werden länger. Wirklich verblüfft waren wir allerdings heute früh: Unsere kleine Tochter hatte zum ersten Mal durchgeschlafen. Wir hatten sie zwar etwas später zu Bett gebracht und wie üblich brauchte sie ein paar Minuten, heute früh wachte sie dann aber nach neun Stunden unterbrechnungsfreien Schlafs bestens gelaunt auf. weiterlesen
Von Uhren
Veröffentlicht am Montag, 26. Oktober 2009, 8:12 | 1 Kommentar
Wir hatten ein intensives Weekend. Am Samstag halfen Mama und ich ein musikalisches Galadinner zu moderieren – ein toller Anlass. Wäre da nicht die Begleitumstände gewesen. Sohnemann war wie üblich kein Problem. Eine gute Freundin übernachtete bei uns und kümmerte sich wie immer in bester Manier fürsorglich um den besten Sohn, den man haben kann. Bei Mäuselchen war es leicht anders. Da unsere Bohne Schnuller und Fläschchen kategorisch verweigert (war nicht immer so, aber man wird ja wohl seine Meinung ändern dürfen), waren wir gezwungen, sie mitzunehmen. Der Anlass dauerte ca. von 18.30 bis 23.45 und während Mama und ich oben unser Programm durchzogen und immer mal wieder mit schlechtem Gewissen im Untergeschoss bei den Helfern vorbeischauten, wollte die kleine Dame partout nicht schlafen. Abgesehen von einer knappen halben Stunde irgendwann zwischen 23.00 und 23.30 Uhr hielt sie ständig jemanden auf Trab.. weiterlesen
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