Clayderman wenn Mäuschen blutet
Veröffentlicht am Donnerstag, 18. Juni 2009, 22:07 | Keine Kommentare
Um es gleich vorweg zu nehmen: Als wir Mäuschen vor zwei Monaten nach der Geburt heimbrachten, war Sohnemann ein wenig überfordert, doch das hat sich gelegt. In den folgenden Wochen hat er sich um perfektesten grossen Bruder entwickelt, den man sich nur wünschen kann. Er versucht bisweilen sogar seinen heissgeliebten Bubu (siehe gehörlos) mit Mäuschen zu teilen – nur, sie weiss es halt nicht so zu schätzen. Also: Er ist äusserst sorgfältig mit ihr, vorsichtig und rücksichtsvoll. Allerdings, er ist auch erst 20 Monate alt. Was genau geschehen ist, wissen wir nicht, wir standen mit dem Rücken zu den Kindern. Auf jeden Fall begann Mäuschen plötzlich wie am Spiess zu schreien, und zwar wirklich wie am Spiess. Mit Widerhacken. Die Rekonstruktion des Falles ergab folgendes: Offensichtlich hatte unser Grosser ihr den Becher in die Wippe legen wollen, und dabei ist ihm das Teil wohl aus der Hand gerutscht und hat Mäuschen am Kopf getroffen. Mäuschen schreit also wie am Spiess, und Sohnemann – schockiert von seiner absichtslosen Tat – lässt auch gleich los. Auch mit Widerhacken. Doch damit nicht genug. weiterlesen
“Wie machen das eigentlich andere?”
Veröffentlicht am Mittwoch, 17. Juni 2009, 21:29 | Keine Kommentare
Papa ist berufstätig. In vier Arbeitstagen erbringe ich ein Pensum von 100 Stellenprozent, um einen Tag pro Woche für die Kinder zu haben (geplant wäre eigentlich, an diesem “Papatag” Überzeit abzubauen). Ich gebe mir Mühe, abends allerspätestens um 18.00 Uhr zu Hause zu sein (was bedingt, dass ich einige Zeit vor sieben Uhr morgens im Büro sein muss) und allerhöchstens dreimal pro Woche abends weg zu sein. Und wenn ich weg muss, versuche ich es so zu richten, dass ich immerhin noch Sohnemann zu Bett bringen kann – nicht um das Gewissen zu beruhigen, sondern, weil mir unsere Familie wichtiger geworden ist, als ich mir das vorher hätte vorstellen können. Und wenn ich dann mal wieder – wie heute – mit der ganzen Familie einen tollen Tag erlebt habe, stelle ich mir immer wieder eine Frage: weiterlesen
Papa ist Mama. Oder?
Veröffentlicht am Freitag, 12. Juni 2009, 16:21 | Keine Kommentare
Während andere Kinder in seinem Alter schon mehrere Wörter kennen, hält sich unser Sohn, was den Erwachsenen-Wortschatz angeht, derzeit noch reichlich bedeckt. Zwar redet er extrem viel – vor dem Spiegel, vor der Kamera, im Auto, im Bus, im Garten, im Bett. Nur, es versteht ihn halt keiner. Eine Mischung zwischen Koreanisch, Arabisch und Suaheli bildet seinen Grundwortschatz, darüber hinaus scheint er keine wirkliche Notwendigkeit für weitere Ausdrücke zu sehen. Bis auf eines: Voller Stolz stellte Mama bereits vor einigen Monaten fest, dass sein erstes festes Wort, welche er auchzuordnen konnte “Mama” war. Alle waren happy: Auf Mama zeigen und fragen wer ist das – er überlegte, setzte ein freudiges Lächeln auf und sagte laut und deutlich mit seiner eher tiefen, etwas nasalen Stimme: “Mama”.
Nun. Wie so manches hat dies einen Hacken. weiterlesen
Hey, Kleine
Veröffentlicht am Donnerstag, 11. Juni 2009, 14:18 | Keine Kommentare
Zwei Monate. Wow. Du bist schon nicht mehr das winzige Bündel Leben sondern eine Persönlichkeit mit Charakter – und herrlich klaren, grauen Augen. Natürlich wird die Farbe noch ändern, aber auch so: Du bist wunderhübsch! Deine braunen Haare haben einen leichten Rotstich bekommen und die Augenbrauen haben die Farbe von Karotten. Ob Du ein Rotschopf wirst? Auch lächelst Du. Wie haben wir gehofft, dass auch Du einen sonnigen Charakter wie Dein Bruder haben würdest. Wie haben wir darauf gewartet, dass Du beginnst, Dinge genauer anzuschauen. Und wie herrlich ist es, zu beobachten, wie Deine Augen uns zu folgen versuchen.
Natürlich – die Nächte sind schwer und die Anstrengung in dieser ersten Zeit riesig. Dennoch beginnst Du uns Momente des Glücks zu schenken. Einfach so – freigiebig und aus dem Nichts. Dafür liebe ich Dich umso mehr. Und dass Du auch ja diesen neckischen Augenaufschlag nicht verlierst. Du bist zauberhaft – einfach perfekt.
gehörlos
Veröffentlicht am Dienstag, 9. Juni 2009, 22:02 | 1 Kommentar
Um eines gleich vorweg zu nehmen: Wir lieben Sohnemann über alles und auch wenn er nie gefremdet hat, er weiss wer wir sind und erwidert unsere Liebe. Aber es gibt da ein Problem: Ungeachtet aller Erlebnisse, die bestätigen, dass sein physisches Hörvermögen einwandfrei ist, hat er in den letzten zwei Monaten (er ist jetzt etwas mehr als eineinhalb Jahre alt) eine Fähigkeit entwickelt, die uns bisweilen in den Wahnsinn treibt. Er schaltet sein Gehör einfach ab. Wir staunen immer wieder darüber, wie viel er versteht. Selbst komplexe Dinge, wie zwei- oder dreiteilige Aufforderungen (“leg Bubu auf den Tisch, hol die Schuhe und setz dich aufs Kissen”) funktionieren perfekt – und er bereitet uns damit viel, viel Freude. Es gibt allerdings zwei Dinge, die er schlicht ignoriert: weiterlesen
Männer am Grill
Veröffentlicht am Dienstag, 9. Juni 2009, 8:10 | Keine Kommentare
Papa hat in seiner näheren Verwandschaft Landwirte und diese bedachten ihn und seine Familie anlässlich eines halb runden Geburtstages mit einem halben Lamm. Und – bevor die dummen Fragen kommen: Geschlachtet natürlich. Da Papa und Mama gerne mal etwas Fleisch auf den Grill werfen, und am Sonntag das Wetter wider Erwarten recht gut war, gab es Lamm. Ich könnte jetzt einen längeren Abschnitt über die morbide Begeisterung von grossen und kleinen Männern für das zerlegen grosser Fleischstücke schreiben, aber das kommt dann ein anderes Mal. Diesmal gehts mir wirklich um den Grill. weiterlesen
Nette Nachbarn
Veröffentlicht am Freitag, 5. Juni 2009, 8:10 | Keine Kommentare
Vor einigen Wochen sind bei uns in der Wohnung nebenan neue Nachbarn eingezogen – ein junges Paar, kinderlos aber sehr umgänglich und freundlich. Wir haben keinen sehr engen Kontakt zu ihnen, sehen sie aber oft und wechseln auch immer mal ein paar Worte mit Ihnen. Nun, der Zufall wollte es, dass wir ein paar Tage bevor sie einzogen mit ihnen in ihrer Wohnung waren und die leeren Zimmer anschauten. Bei dieser Gelegenheit wies meine Frau sie darauf hin, das Zimmer unseres Grossen grenze direkt an eines ihrer eigenen Zimmer und sie sollten – da sie eine gute Auswahl hatten, vielleicht lieber das andere als Schlafzimmer wählen. Sie schlugen diesen gut gemeinten Rat aber in den Wind. Leider… weiterlesen
Säg, wie machts Bienli?
Veröffentlicht am Montag, 1. Juni 2009, 21:59 | Keine Kommentare
Unser Grosser ist inzwischen etwas über 19 Monate alt und im Moment ziemlich gut darin, die Geräusche gewisser Dinge zu lernen. Der Traktor (“brwrrrmmm, brwrrrmmm”), die Uhr (“Tigg-Tagg – wobei er die G’s je nach Tagesform der Bequemlichkeit halber unterschlägt) oder das Schaf („mhähähääääää“) hat er inzwischen perfekt im Griff. Auch mit den Bewegungen klappt es immer besser (schliesslich gibt es kein authentisches Geräusch für Schmetterlinge) – und dann gibt es noch die kombinierten. Eines davon ist die Biene. Neben dem Geräusch („bsssssssssssssssss“) das sich nur unwesentlich von der Fliege unterscheidet („BSSSSSSSSSSSSSSSSS“) ist hier noch die Bewegung, das Nachzeichnen einer relativ runden Bewegung in der Luft mit dem Finger (Im Gegensatz zur eher eckigen Bewegung der Fliege) erforderlich. weiterlesen

