Die goldenste aller Nasen
Veröffentlicht am Freitag, 31. Juli 2009, 13:10 | Keine Kommentare
Im Wohnzimmer unserer schicken Wohnung auf drei Etagen steht ein toller Schwedenofen, dessen Kamin auf der Suche nach Frischluft eingemauert aber freistehend das einen Stock höher gelegene elterliche Schlafzimmer mit seiner Anwesenheit beehrt. Da dieser wegen seiner hervorragenden Isolation in keiner Weise wärmespendende Monolith von etwa sechzig auf achtzig Zentimeter nicht unbedingt eine Zierde unseres Gemachs darstellt, versuchen wir ihn zu verstecken. Anfangs hinter grossformatigen Kalendern, dann, nach der Geburt unseres Sohnes mit einem Gipsabdruck des Neunmonatsbauchs meiner Frau – wunderschön bemalt – und eineinhalb Jahre später auch noch dem Gibsabdruck des Babyetuis unserer kleinen Tochter.
Ich schreibe dies, um zu beweisen, dass ich über eine ausgewiesene Kompetenz in diesem Bereich verfüge, denn ich war Disponent, Einkäufer, Handlanger, Chefgipser und Art-Director in Personalunion bei der Produktion oben genannter Kunstwerke. weiterlesen
Mamatag
Veröffentlicht am Donnerstag, 30. Juli 2009, 15:11 | Keine Kommentare
Unfreiwillig wurde ich in den letzten Tagen Zeuge eines Teils meines Lebens, dessen ich normalerweise nicht teilhaftig werde. Es begann am Montag Nachmittag, als ich mir im Büro infolge gelockerter Bänder bei einer dummen Bewegung – es mag bezeichnend sein, dass dies ausgerechnet beim Entsorgen einer nunmehr unwichtigen Notiz passierte – in der Brustwirbelsäule ein Wirbel verschob. Ich hatte das vor zwei Jahren schon einmal erlebt und geglaubt, nach mehrmonatiger Behandlung durch einen hervorragenden Chiropraktor und eine massvoll erhöhte sportliche Aktivität, deren Folge unter anderem der Muskelaufbau im Rücken war, das Problem gelöst zu haben.
Nun, ich hatte es nicht: Das allwöchentliche Badminton am Montag abend ging nach der dummen Bewegung noch recht locker über die Bühne, auch wenn ich mich auf der Brust etwas beengt und in der Bewegungsfreiheit recht eingeengt fühlte. Als sich später am abend, wir sassen mit Freunden draussen, Rückenschmerzen einstellten, befürchtete ich erstmals etwas Schlimmeres. weiterlesen
Vom Sprachen lernen…
Veröffentlicht am Montag, 27. Juli 2009, 13:59 | Keine Kommentare
Frust ist ja bekanntlich einer der ganz grossen Antriebe für die kleinkindliche Entwicklung. Frust darüber, dass man sich nicht drehen kann, später, dass man nicht vom Fleck kommt, alle anderen schneller sind, und so weiter.
Unser Grosser erlebt derzeit eine neue Form von Frust, die ihn zu ungeahnten Leistungen anspornt: Es versteht ihn niemand. Unser stets gutgelaunter Sohnemann redet viel und oft. Und mittlerweile kennt er genug Dinge, um sie korrekt einzuordnen. Je nachdem sind zwei- und dreistufige Aufträge kein Problem (“leg die Flasche auf die Treppe, hol Deine Schuhe und sitz aufs Kissen”). Und jetzt möchte er mitdiskutieren. Allerdings gibt es da ein paar Probleme. weiterlesen
Du bist ein Riese, Max
Veröffentlicht am Samstag, 25. Juli 2009, 8:02 | 1 Kommentar
Gestern waren wir bei sehr guten Freunden zu Besuch, einer Familie mit drei Kindern, die Jüngste von ihnen ein halbes Jahr älter als unser Grosser – allerdings, obwohl durchaus normal gross, sogar noch etwas kleiner – eigentlich eine gute Spielpartnerin für unseren Ältesten. Und da stand nun unser Grosser mit seinen 21 Monaten, von allen wegen seiner Grösse überschätzt, und wurde als Erstgeborener von einer Drittgeborenen, die nota bene natürlich wesentlich weiter entwickelt ist, aufs gröbste schikaniert. Er der nicht wusste, wie ihm geschah. Und da habe ich in mir drin ein Gefühl entdeckt, das mir Angst macht: Für einen Moment wünschte ich mir, er würde sich seiner Grösse und Kraft bewusst und diesem Dämchen (es kamen mir noch ganz andere Ausdrücke in den Sinn) mal so zu richtig zu zeigen, wo der Bartli den Most holt. Niemand darf doch dem Besten, was ich in meinem Leben fertig gebracht habe, meinem Herzen, das seit seiner Geburt in seiner Brust schlägt, etwas böses wollen…
Mäuschen lacht!
Veröffentlicht am Donnerstag, 23. Juli 2009, 21:39 | 1 Kommentar
Heute habe ich zufälligerweise mit der Nachbarin auf dem Gang übers Kinderhaben geredet (sie ist alleinerziehende zweier Kinder im schulpflichtigen Alter) und darüber, wie rasch sich Kinder entwickeln. Oh ja, das stimmt. Besonders fällt es mir immer wieder auf, wenn eines der Kinder etwas neues lernt. Und genau das ist heute der Fall: Mäuschen hat zum ersten Mal gelacht. Nicht gelächelt. Kein undefinierbares, dem Lachen ähnliches Geräusch. Kein Pseudo-Grinsen, nein: Richtiges, echtes Gelächter (Für alle, die sich darunter nicht so viel vorstellen können: Ich hab den Sound hochgeladen, ihr findet ihn hier). Ich sags immer wieder: Bei anderen Kindern mag das ja noch so gehen, schön es zu hören, ja, klar, lustig auch. Aber beim eigenen Kind, da geht die Sonne auf. Für dieses Geräusch würde ich alles machen – glaubt mir, es gibt nichts schöneres! Eigentlich habe ich heute gar nicht mehr zu schreiben.
Stille Nacht für zwölf Franken achtzig
Veröffentlicht am Mittwoch, 22. Juli 2009, 12:27 | 2 Kommentare
Sohnemann – ich gebe es zu: Wir waren sehr verwöhnt – schlief vom fünften bis zwölften Monat nächtens 11 bis 12 Stunden durch. Es war herrlich. Mit 13 Monaten hatte er eine erste Krise und kam Morgens jeweils immer früher. Wir begannen dann – vielleicht war das ein Fehler – ihm am morgen um sechs einen Schoppen zu geben, mit der Folge, dass er dann jeweils noch einmal schlief bis etwa um acht, halb neun. Für uns eine gute Lösung: Papa konnte den Schoppen geben, bevor er zur Arbeit ging, es passte gut in unseren Ablauf. Mit der Zeit kam er aber immer früher. Wir haben dann gemerkt, dass der Schoppen seine Wirkung tat, solange er ihn nach fünf Uhr erhielt. Gaben wir ihn früher, kam er um halb sieben schon wieder und dann war es mit der Nachtruhe definitiv vorbei. Also gewöhnten wir ihn daran, dass er den Schoppen erst nach fünf erhielt – die biologische Uhr dieser Kleinen ist echt erstaunlich. weiterlesen
Entwickelt sich unser Kind normal?
Veröffentlicht am Dienstag, 21. Juli 2009, 14:37 | Keine Kommentare
Meine Frau pflegt intensiven Kontakt zu anderen Müttern kleiner Kinder und trifft sich auch regelmässig mit ihnen. Und wie das so ist, wenn kleine Kinder verschiedener Eltern beieinander sind und beobachtet werden: Die Eltern beginnen zu vergleichen. Ich muss vorausschicken, dass wir uns eigentlich fest vorgenommen hatten, dies nicht zu tun, und Fragen, wie “Kann er schon…?” mit einer flapsigen Bemerkung abzutun. weiterlesen
Wenn der Schutzengel Urlaub macht
Veröffentlicht am Montag, 20. Juli 2009, 10:39 | 1 Kommentar
Sohnemann ist verhältnismässig gross für sein Alter, konnte rasch gehen und sein Urvertrauen scheint grenzenlos. Er ist offensichtlich felsenfest davon überzeugt, niemand tue ihm etwas böses – was auf die Menschen um ihn herum ja auch zutrifft. Sein grösstes Problem ist nämlich, dass er selten schaut, wohin er geht. Oft sieht er etwas, schaut weiterin in diese Richtung, geht aber weiter, und vergisst, dass möglicherweise etwas im Weg sein könnte. Zu allerletzt rechnet er aber mit Möbeln, die sich ihm einfach so in den Weg stellen.
Um ehrlich zu sein – Eigentlich hatten wir schon länger damit gerechnet: An diesem Wochenende hatte sein Schutzengel Urlaub. Es begann am Samstag beim Möbeldiscounter mit den vier Buchstaben. Die grosszügigen Verkaufsflächen mit den unzähligen Zwischengängen, Wänden und Pseudo-Türen luden geradezu dazu ein, hin und wieder ein bisschen vorauszueilen und sich dann zu verstecken. weiterlesen
Kindergeschichten für Erwachsene
Veröffentlicht am Freitag, 17. Juli 2009, 17:12 | Keine Kommentare
Um es gleich vorweg zu nehmen: Dieser Post ist mal so etwas wie Werbung (nicht dass dann jemand sagen kann, ich hätte ihn oder sie nicht gewarnt).
Meine Frau und ich haben schon weit vor der ersten Schwangerschaft über die Werte diskutiert, die wir unseren Kindern mitgeben wollen, über Dinge, die uns wichtig sind und bei welchen wir unseren Kindern unbedingt helfen wollen.
Rosenkohl aus der Kartonschachtel
Veröffentlicht am Donnerstag, 16. Juli 2009, 14:57 | Keine Kommentare
Eigentlich ist es nicht verwunderlich und wer mit offenen Augen unterwegs ist, bräuchte dafür keine Studie: Werbung beeinflusst das Geschmacksempfinden der Kinder. Oder anders gesagt: Kinder – vor allem kleine Kinder – können Wahrheit und Fiktion der Werbe-Spots nicht unterscheiden. Sie sagen sich: Wenn im Fernsehen häufig für etwas Werbung gemacht wird, muss es lecker sein. Und je häufiger desto leckerer. Dass indes auch sehr kleine Kinder durchaus in der Lage sind, eine Verbindung zwischen den Produkten aus der Werbung und denselben Produkten in den Warenregalen der Läden zu machen, ist ebenfalls offensichtlich. weiterlesen


