Emotionale Lebensversicherung
Veröffentlicht am Dienstag, 18. Mai 2010, 12:44 | Keine Kommentare
Als meine Frau und ich uns mit entschieden, ein Kind zu bekommen, war dies die wohl einschneidendste Endscheidund unseres Lebens. Es erfüllt mich mit Dankbarkeit – ich meine das wirklich so – dass bei uns nach einer frühen Fehlgeburt – alles reibungslos und quasi auf Kommando klappte.
Während sich dann (nachdem unser Sohn bereits zur Welt gekommen war) befreundete Ehepaare mit normalen Schwangerschaften und leider auch unterschiedlichsten Komplikationen herumschlugen, wuchs Sohnemann bereits heran und stand aufgrund seines sonnigen Gemüts aber auch, weil er eben das erste einer ganzen Welle von Babies war, immer im Mittelpunkt. Und während er grösser wurde, und sich der Kindersegen in unserem Bekanntenkreis multiplizierte, sahen wir viele hübsche und weniger hübsche Babies. weiterlesen
Du, Papa, los emol
Veröffentlicht am Samstag, 15. Mai 2010, 22:42 | Keine Kommentare
Es gibt neuerdings ein Wort, das mir in letzter Zeit verschiedentlich begegnet ist, und mit dem ich mich nicht so recht anfreunden mag: Fremdschämen. Gemeint ist, dass man sich aufgrund seines Verhaltens für ihn – oder vielmehr an seiner Stelle schämt. Wenn Sie dieses Gefühl nicht kennen, schauen Sie einfach mal eine Castingshow wie Supertalent oder was in der Art. Sie werden spätestens beim Auftritt der ersten 50 jährigen LKW-Fahrerin, der ihre Familie in Kenntnis des allmorgendlichen Unter-der-Dusche-Gejaules einen Auftritt als Sängerin nahegelegt hat, ganz genau wissen, worum es geht.
Fremdschämen passiert relativ unvermittelt und ist nicht planbar. Es überkommt einen einfach. Der Grund, warum ich das so ausführlich erkäre ist, dass mir keine Bezeichnung für das Gegenteil von Fremdschämen einfällt. Denn eigentlich geht es mir heute darum. weiterlesen
Wenn Babies wachsen
Veröffentlicht am Donnerstag, 13. Mai 2010, 6:18 | 1 Kommentar
Eines der ersten wirklich komischen Dinge, mit denen ich als Vater im Zusammenhang mit Säuglingen konfrontiert war, sind Wachstumsschübe. Ich war bis anhin davon ausgegangen, dass Babies kontinuierlich wachsen und sich entwickeln, sich laufend neue Fähigkeiten aneignen und ihre Entwicklung ein gleichmässig ablaufender Prozess ist. Denkste! Natürlich ist alles viel komplizierter – und genialer – eingerichtet.
Um es kurz zu machen – Die Faktenlage ist folgende: Kinder erleben besonders in ihrer frühkindlichen Entwicklung mehrere Wachstumsschübe, während derer sie in kurzer Zeit einen grossen Entwicklungssprung machen und ganz plötzlich komplett neue Sachen lernen – völlig aus dem Nichts heraus. Bei unseren Kindern waren dies – und das ist recht typisch – auch die Zeiten, in denen sie das Sitzen, das Hochziehen oder – bei Mäuselchen ganz aktuell – das Gehen lernten. weiterlesen
Gangwerk
Veröffentlicht am Montag, 3. Mai 2010, 21:03 | Keine Kommentare
Es ist bestimmt 15 Jahre her, seit ich diesen Artikel las, deshalb mag man mir vergeben, wenn ich ihn nicht originalgetreu wiedergebe. Konkret ging es um folgendes: Irgendwo im zentralafrikanischen Hinterland wurde ein Stamm von Eingeborenen entdeckt, deren Gang einige Fragen aufwarf. Entgegen allen westlichen, östlichen, nördlichen und südlichen Gepflogenheiten gingen diese Menschen nämlich nicht strammen Schrittes mit der Ferse voran und rollten dann ab, sondern sie tasteten mit Zehen und Fussballe erst die Erde ab, bevor sie den Fuss abstellten.
Dieser Artikel kam mir neulich in den Sinn, und auch mein damaliges Unverständnis über diese Gangart. Damals dachte ich in meinem jugendlich arroganten Übermut, da habe sich wohl mal wieder ein Forscher auf der Suche nach einer ethnologisch interessanten Neuerung intellektuell ausgetobt. Dass mir dies ausgerechnet neulich in den Sinn kam, ist indes kein Zufall – doch erst muss ich ein ganz klein wenig ausholen: weiterlesen