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Grösse und so.

Veröffentlicht am Mittwoch, 10. August 2011, 20:26 | Kein Kommentar

Was genau muss man tun, um weltweit als leuchtendes Beispiel zu gelten? Wollen Sies wirklich wissen? Nun, liebe Leser, es braucht dazu nicht viel.

Wie wenig dazu nötig ist, bewies ein 12 jähriger Junge, der von einem amerikanischen Fernsehsender zur “Person of the week” gekürt wurde.

Die Geschichte ist dabei folgende: Der Knabe war mit Freunden in einem Baseball-Spiel. Bei Anlässen dieser Art gehört es zu etwas vom Grössten, im Publikum zu sitzen und einen Ball zu fangen. Und genau das passierte dem Jungen. Gemeinsam mit zwei anderen Jungs steht er da am Geländer und fängt tatsächlich den Ball. Sein Jubel kennt keine Grenzen.

Doch dann, geschieht etwas, was mit Worten wie “unglaublich” in diversen Zeitungen, Communities und Blogs beschrieben wird:

Ein anderer, kleinerer Junge, der ebenfalls den Ball hatte fangen wollen, ihn aber um wenige Zentimeter verfehlt hatte, sitzt eine Reihe weiter vorn und lässt sich von seiner Mutter trösten. Und unser tapferer Ballfänger nimmt den Ball, und gibt ihn freiwillig wieder her:

Tja. Einem einigermassen kritischen Beobachter fällt natürlich sofort auf, dass der Junge das nicht (nur) aus eigenem Antrieb getan hat. Ein älterer Mann, der vom Geländer verdeckt ist, interveniert offensichtlich und sorgt dafür, dass der Ball den Besitzer wechselt. Und trotzdem: Nicht jeder hätte diese Trophäe freiwillig hergegeben.

Das Internet ist voll von solchen Geschichten. Und ganz egal, ob in dieser uramerikanischen Interpretation nun ein älterer Mann seine Autorität ins Spiel bringt oder nicht: Tatsache ist, dass solche Ereignisse für Aufsehen sorgen.

Nun, ich frage mich dann: Ist es wirklich so aussergewöhnlich, dass man Grösse dieser Art sieht. Die Antwort, die zu geben mir zwar etwas schwer fällt, ist in der Tat: Ja. Egal obs im TV kommt oder nicht: Dieses Verhalten ist selten. Es gibts, zweifellos, aber es ist selten.

Was mich an der Sache wirklich nachdenklich macht, ist indes folgendes: So sehr ich mir etwas anderen wünschen würde: Meine Kinder werden dieses edle Verhalten erst an den Tag legen, wenn ich es ihnen vorlebe. Und ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, mir falle dies leicht.

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