Schlaf Kindlein, schlaf – und Papa auch.
Veröffentlicht am Donnerstag, 13. August 2009, 16:10 | Kein Kommentar
Ich habe bereits früher diese Woche darüber geschrieben, dass wir am vergangenen Wochenende auf dem Bauernhof von Sohnemanns Grosseltern verbrachten. Aufgrund der dortigen räumlichen Gegebenheiten schliefen wir alle im gleichen Zimmer – und ich würde lügen, wenn wir nicht mit gewissen “romantischen” Erwartungen an dieses “Projekt” herangingen: Einmal alle im gleichen Zimmer zu haben, am Morgen wenn Sohnemann um halb sechs kommt, ihn zu uns zu holen und bei uns ausschlafen zu lassen, und so gemeinsam in den Tag zu starten – damit hatten wir gerechnet. Leider unterschied sich die Realität nicht unwesentlich von diesen Erwartungen…
Die erste unserer Nächte war einfach ungewohnt. Wir realisierten zum ersten Mal, wie extrem unruhig Sohnemann schlief. Unzähligemale warf er sich in seinme Reisebettchen hin und her, stöhnte, weinte für eine Sekunde – und weckte Papa fast jedes Mal. Als er dann am Morgen zur gewohnten Zeit von null auf nachher laut brüllend seine Flasche verlangte, erwachte auch Mäuselchen. Die Wirkung des Schoppens trat zwar wie immer sofort ein, allerdings hielt sie nicht an. Bereits nach einer knappen Dreiviertelstunde – draussen war es bereits hell – fand Sohnemann seine Eltern im gleichen Zimmer wesentlich spannender als den Schnuller. Die griffbereiten Büchlein waren bald ausgelesen und um viertel vor sieben holten wir ihn zu uns ins Bett – und zwar primär, weil er im eigenen Bett derart unruhig war, dass wir befürchten mussten, er würde Mäuschen gleich wieder wecken. Bei uns lag er dann erstaunlicherweise ein paar Minuten ruhig, bevor er schliesslich begann, die Welt zu entdecken. Und da wars dann auch für uns mit der Ruhe vorbei.
Die zweite Nacht verlief ähnlich – ausser dass Papa wegen Rückenschmerzen ebenfalls bereits früh ins Bett ging. Sohnemann war darob so begeistert, dass er erst mal ein eine Stunde spielte, erzählte, vorlas und herumturnte – im Schlafsack ein denkbar akrobatisches Unterfangen – bevor er überhaupt mal länger als zwei Minuten still lag. Alles natürlich immer wieder an Papa gerichtet. Nun, auf eine Art habe ich es genossen, habe selber auch noch gelesen und als ich dann schlafen wollte, löschte ich einfach das Licht und drehte mich – und siehe da: Nach ein paar fragenden Geräuschen aus dem Bettchen, kehrte innerhalb weniger Minuten Ruhe ein.
Am Morgen liefs ähnlich, ausser dass ich diesmal aufs Geschrei gefasst war und die Flasche – dank einer Zeitschaltuhr rechtzeitig perfekt temperiert – zur Hand hatte. Aber auch diesmal erwachte Mäuselchen, allerdings nicht ob dem Geschrei, sondern weil Sohnemann seinen Frühschoppen plötzlich unterbrach um lauthals etwas zu erzählen.
Fazit aus der ganzen Sache: Mit Sicherheit kann nicht von zwei Nächten auf einen Familienschlafzimmerdauerzustand geschlossen werden. Wir haben aber gelernt, dass es für uns das Kinderzimmer nicht nur Nachteile hat – immerhin kann man so bisweilen das offensichtlich um Aufmerksamkeit heischende Genöhl überhören und noch einmal ein paar Minuten schlafen.
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