Singen lernen
16. März 2010 | Von Papa | Kategorie: PapablogSohnemann ist jetzt zweieinhalb, Mäuselchen 11 Monate – und eines der Dinge, die ich in dieser Zeit gelernt habe ist dies: Kinder lernen durch Wiederholung. Nicht nur, aber auch. Und das gilt nicht nur fürs Reden. Spontan kommt mir das Bild von Sohnemann auf seinem Lesekissen in der Ecke in den Sinn, einem der ganz wenigen Möbelstücke, die den ihm zugedachten Zweck voll und ganz erfüllen: Scheinbar zum tausendsten mal ist er scheinbar vollkommen in dasselbe Pixibüchlein vertieft – doch er liest nicht.
Nun, Lernen ist wichtig und Kinder müssen so vieles lernen. Wenn Sohnemann also so versunken wie ein Kurzsichtiger über eines seiner heissgeliebten Bücher oder Büchlein gebeugt in seiner Ecke sitzt, dann lernt er zu singen. Denn nebenher läuft eine CD mit Kinderliedern. Und sie läuft und läuft und läuft. Und es ist diese Wiederholung, die mich zum Schreiben bringt: Ich gebe es zu: Um manche Dinge beneide ich meine Frau bisweilen: Ihre Zeit mit den Kindern, während ich in einem Meeting sitze, noch mehr ihren Freiraum, die Möglichkeit, auch tagsüber Freundinnen zu treffen und manches mehr. Aber diese Dauerberieselung, darum beneide ich sie nicht.
Es war vor ein paar Tagen, wir hatten uns am Abend zuvor mal wieder augenverdrehend in die musikalische Geräuschkulisse ergeben – denn Musik spielt in unserer Familie eine ziemlich wichtige Rolle – spazierte Sohnemann mit seinem Bububär durch die Wohnung, und begann plötzlich zu singen.
Kennen Sie Chopins erstes Klavierkonzert Opus 11, und zwar den zweiten Satz mit dem Titel “Romance”? Kennen Sie darin die Stelle irgendwo um Minute 9:20, die Stelle in der das Solo in diese weiche, perlende Melodie übergeht? Ich habe einen ziemlich vielfältigen Musikgeschmack und diese Stelle ist für mich in etwa die allerschönste Musikstelle die es gibt. Als ich die Stelle zum ersten Mal gehört habe war ich indes nicht annähernd so gerührt wie als Sohnemann auf seinem völlig selbstvergessenen Weg vom Büro ins Wohnzimmer und zurück begann, eines dieser einfachen Kinderlieder zu singen. Mit vielen sprachlichen Fehlern wohlbemerkt und auch die Melodie war nicht lupenrein aber egal.
Mit dieser Entdeckung begann allerdings ein neuer Zyklus an Wiederholungen. Wie auch immer: Wenn wir dereinst so weit sein sollten, wie die kleine Lady im folgenden Film werden wir wohl zu anspruchsvollerer Musik übergehen…
Wir sind ebenfalls begeisterte “Musiker” – und ich habe etwas gefunden, das auch Eltern immer und immer wieder hören können. Schau mal da: http://muttis.wordpress.com/2010/03/10/musikkurse-fur-die-kleinsten/ und http://muttis.wordpress.com/2009/11/22/wenn-euch-die-kinderlieder-schon-bei-den-ohren-raushangen/
Absolut empfehlenswert – und das 1,5-jährige Kind beginnt schon nachzusingen. Toll!