Streukreisradius
1. Februar 2010 | Von Papa | Kategorie: PapablogEs gibt im Zusammenhang mit Waffen (sowohl kleinen Faustfeuerwaffen als auch grossen, ungelenkten Raketensystemen) einen Begriff, der unter der Abkürzung “CEP” eine nahezu euphemistische Vereinfachung vermuten lässt: Der Circular Error Probable (CEP) oder eben der Streukreisradius bezeichnet allerdings – zumindest im weiteren Sinn – nichts weniger als die Treffergenauigkeit einer Waffe. Anders gesagt: Wenn man ein Sturmgewehr in einen Schraubstock spannt, so dass es sich keinen Mikrometer mehr bewegen kann, und dann hundert Schüsse abgibt, werden diese nicht alle in einem einzigen Loch sondern eben in einem gewissen Feld einschlagen. Die grösste Breite dieses Feldes (=Durchmesser) durch zwei geteilt (=Halbmesser) ergibt den Radius, die gesamte Fläche wird als Streukreis bezeichnet.
Nun, mögen sie sich fragen, was um alles in der Welt hat dies mit Vatersein zu tun. Ganz einfach: Haben Sie schon mal ein neun Monate altes Baby gefüttert? Da sitzt also Mäuselchen in seinem Hochstuhl und macht brav von Mal zu Mal “aaah”. Löffelchen für Löffelchen verschwindet in diesem winzigen Mündchen – doch plötzlich: Peng – Noch ehe irgend jemand auch nur auf den leistesten Gedanken von irgend etwas anderem als “aaah” kommt, haut sie mit ihrer Hand durch die Luft und landet der gesamte Inhalt des Löffels (immer vorausgesetzt man hält ihn fest genug, sonst fliegt der Löffel auch gleich mit) am Boden. Wenn sich das – was bei einer normalen Fütterung durchaus vorkommen kann – wiederholt, ergibt sich mit der Zeit ein veritabler Streukreis.
Nun, mit Hochpräzisionsgeschossen hat das natürlich nicht das geringste zu tun. Denn, abgesehen von der Sauerei – können weder Kanonen noch Granaten nach vollbrachtem Malheur so bezaubernd lächeln, wie Mäuselchen. Und auch wenn ich mir noch so sehr vornehme, beim nächsten mal ihre Hände festzuhalten, kommt es doch immer wieder vor. Und wenn sie dann noch ein “gnn…Da!” fallen lässt ist es sowieso um mich geschehen…