Samichlaus, Du liebe Maa
Veröffentlicht am Dienstag, 7. Dezember 2010, 21:51 | 1 Kommentar
Angesichts des jugendlichen Alters insbesondere unserer kleinen Tochter hatten wir schon relativ früh beschlossen, unserem Nachwuchs in diesem Jahr den Besuch eines bärtigen Rotrockträgers noch zu ersparen. Als dann jedoch kolportiert wurde, ein Samichlaus sei mitsamt Esel und Schmutzli (das ist die Schweizer Version von Knecht Ruprecht) am örtlichen Wintermarkt unterwegs, fasste ich dennoch einen Besuch ins Auge.
Doch das war schnell gesagt: Um einen möglichst guten Eindruck zu hinterlassen, versuchte ich unserem sprachgewandten Erstgeborenen zuerst mit viel Motivation, dann mit Hinweis auf das Chlaussäckli, das ihm bei fortgesetzter Weigerung entgehen würde und schliesslich – als ich schon längst eingesehen hatte, dass dieses Unterfangen fruchtlos enden würde - mit dem lapidaren (und natürlich überhaupt nicht ernst gemeinten) Hinweis auf Schmutzlis Rute ein Verslein beizubringen. Um es kurz zu machen – es blieb beim Versuch. weiterlesen
Ochä!
Veröffentlicht am Montag, 7. Dezember 2009, 14:46 | Keine Kommentare
Ich habe ein Problem: Sohnemann beginnt zu reden, allerdings tut er dies noch nicht sehr routiniert. So verbuchselt er häufig wechstaben und lässt bisweilen Silben oder ganze Wortteile weg. Schwierig wird es besonders dann, wenn er tagsüber ein neues Wort gelernt hat und abends, wenn ich heimkomme genau dieses Wort in seine ohnehin schon schwer verständlichen Sätze einbaut. Natürlich gehört das zum reden lernen dazu und das ist auch gut so.
Es ist jetzt einfach so, dass dies bisweilen zu absurden Situationen führt, zumal sein sich ständig erweiternder Wortschafts gekoppelt mit einer unmöglichen Aussprache auch noch einhergeht mit der unglaublichen Phantasie eines Zweijährigen. Als ich ihn also am Samstag aus dem Bett holte und bei dieser Gelegenheit Mäuselchen wickelte, kam er plötzlich mit dem grossen Deckel einer alten Sodastream-Flasche gelaufen, streckte mir diese hin, und sagte laut allerdings mit dem Schnuller im Mund “Ochä!”. Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass ich etwas überfordert war. weiterlesen
Regenschutz- und Stiefelwetter
Veröffentlicht am Mittwoch, 4. November 2009, 21:20 | Keine Kommentare
Nach einer sehr kurzen Nacht hörte ich mich heute nicht gerade frohlocken ob des wirklich herrlichen Regenwetters. Schon früh regnete es in Strömen und der Regen wurde im Laufe des Morgens sogar noch heftiger. Nun, beste Voraussetzungen für einen gemütlichen Papatag zu Hause – sollte man meinen.
Sohnemanns Temperamentsanzeige lag ungefähr auf dem Niveau einer frisch gezündeten Silvesterrakete mit Nachbrenner und auch wenn er sich nicht heftig daneben verhielt, ging mir – ich gebe es offen zu - der ständige “ichbinauf180undwerdenochweiterbeschleunigen-Lärmpegel” doch allmählich auf die Nerven. Ich tat, was ich immer tue, in solchen Momenten. Rausgehen. Natürlich mit Sohnemann. Der Spaziergang liess sich gleich noch mit einer kleinen Besorgung verbinden – und schliesslich gibt es ja kein schlechtes Wetter sondern höchstens schlecht angezogene Leute. weiterlesen
bdumm…!
Veröffentlicht am Sonntag, 1. November 2009, 23:06 | Keine Kommentare
Sohnemann hat für Dinge die umfallen oder irgendwo herunterfallen (also genau genommen für das um- oder herunterfallen) einen eigenen Ausdruck. Diese Dinge machen “Bdumm!” – und zwar egal ob klein oder gross, ob die Spielzeugkuh auf dem Boden oder der Baum, dessen Fallen wir neulich auf dem Spaziergang beobachtet hatten. Dieses relativ universell einsetzbare, lautmalerische Wort ist auch verwendbar, wenn sich in einem von Papas Videos ein Auto überschlägt (bdumm-tato) oder irgendwo jemand stürzt (das heisst dann beispielsweise bei Papa bdumm-papa).
Wie auch immer: Heute machte Sohnemann ein Experiment in Sachen “bdumm”. Fairerweise muss ich vorausschicken, dass er das nicht absichtlich tat. Mama und ich hatten am Sonntag morgen einen kleinen Auftritt, und während wir uns einsangen machte Sohnemann eine Erkundungstour durch den Saal. Die Blumendeko erregte seine Aufmerksamkeit nicht sonderlich, wohl aber die vier Stahlsäulen, auf welcher sie angeordnet war. weiterlesen
Wenn deutsch wirklich schwierig ist
Veröffentlicht am Dienstag, 22. September 2009, 7:52 | Keine Kommentare
Sohnemann beginnt zu reden. Während der letzten drei Wochen hat er sich pro Tag wahrscheinlich etwa zwei bis drei neue Wörter angeeignet. Wenn wir reden, und etwas beim Namen nennen schnappt er das auf und wiederholt es – manchmal sofort, manchmal aber auch erst nach einer Weile.
Nun, wir finden das natürlich super. Endlich kann er seine Eindrücke so artikulieren, dass wir sie allmählich verstehen. Aber eben schon nur wir. Denn ungeachtet seines wachsenden Vokabulars sind ihm bestimmte Laute noch immer fremd und gewisse Wörter klingen noch etwas holprig. So ist das Auto im Moment noch das “Tato”und das Feuerwehrauto entsprechend das “Tütatato”. weiterlesen
(unfreiwillige) Vorbilder
Veröffentlicht am Donnerstag, 17. September 2009, 7:36 | Keine Kommentare
Ab einem gewissen Alter beginnen Kinder gnadenlos, die Eltern zu kopieren. Und es ist wirklich ein kopieren. Das ziemlich erste war das telefonieren. Angefangen hat er zwar dem Taschenrechner, der, kaum konnte Sohnemann gehen und sein Aktionsradius damit auch auf die Schreibtischplatte reichte, in seiner Reichweite lag. Als unser Telefon eines Tages kaputt ging, und wir ihm dieses zum spielen gaben, war die Freude gross und der Spass erstaunlich langfristig.
Aber das Kopieren hörte damit natürlich nicht auf. Sei es die Haltung am Tisch, gewisse Bewegungen – oder neuerdings das Reden. So begann er beispielsweise bereits vor einigen Monaten, das zufriedene, väterlich “So” nach getaner Arbeit zu kopieren. Auch das deutliche “Nei, Nei”, wenn wir mit ihm schimpfen, hat er von uns. weiterlesen
Mäuschen lacht!
Veröffentlicht am Donnerstag, 23. Juli 2009, 21:39 | 1 Kommentar
Heute habe ich zufälligerweise mit der Nachbarin auf dem Gang übers Kinderhaben geredet (sie ist alleinerziehende zweier Kinder im schulpflichtigen Alter) und darüber, wie rasch sich Kinder entwickeln. Oh ja, das stimmt. Besonders fällt es mir immer wieder auf, wenn eines der Kinder etwas neues lernt. Und genau das ist heute der Fall: Mäuschen hat zum ersten Mal gelacht. Nicht gelächelt. Kein undefinierbares, dem Lachen ähnliches Geräusch. Kein Pseudo-Grinsen, nein: Richtiges, echtes Gelächter (Für alle, die sich darunter nicht so viel vorstellen können: Ich hab den Sound hochgeladen, ihr findet ihn hier). Ich sags immer wieder: Bei anderen Kindern mag das ja noch so gehen, schön es zu hören, ja, klar, lustig auch. Aber beim eigenen Kind, da geht die Sonne auf. Für dieses Geräusch würde ich alles machen – glaubt mir, es gibt nichts schöneres! Eigentlich habe ich heute gar nicht mehr zu schreiben.
Papa ist Mama. Oder?
Veröffentlicht am Freitag, 12. Juni 2009, 16:21 | Keine Kommentare
Während andere Kinder in seinem Alter schon mehrere Wörter kennen, hält sich unser Sohn, was den Erwachsenen-Wortschatz angeht, derzeit noch reichlich bedeckt. Zwar redet er extrem viel – vor dem Spiegel, vor der Kamera, im Auto, im Bus, im Garten, im Bett. Nur, es versteht ihn halt keiner. Eine Mischung zwischen Koreanisch, Arabisch und Suaheli bildet seinen Grundwortschatz, darüber hinaus scheint er keine wirkliche Notwendigkeit für weitere Ausdrücke zu sehen. Bis auf eines: Voller Stolz stellte Mama bereits vor einigen Monaten fest, dass sein erstes festes Wort, welche er auchzuordnen konnte “Mama” war. Alle waren happy: Auf Mama zeigen und fragen wer ist das – er überlegte, setzte ein freudiges Lächeln auf und sagte laut und deutlich mit seiner eher tiefen, etwas nasalen Stimme: “Mama”.
Nun. Wie so manches hat dies einen Hacken. weiterlesen
Neulich im Zug
Veröffentlicht am Dienstag, 12. Mai 2009, 15:41 | Keine Kommentare
Mittags in der S3 von Effretikon nach Zürich. Der Zug ist praktisch leer. In Dietlikon wirds laut. Getrampel auf dem Treppenaufgang und ein paar gejapste Worte nach hinten und dann ist sie da. Olivia heisst sie, aber das erfahr ich erst später. Sofort weiss ich folgendes: Die Frau dahinter heisst Maaaama! und ist Deutsche. Olivia natürlich auch.
“Maaaama! da ist ne Zeitung!”
Richtig. 20 Minuten von heute. Irgendwo auf Seite zwei oder drei die unglaubliche Geschichte von diesem Typen in Deutschland, der mit seinem Kleinwagen im Suff von der Strasse abkommt, einen Bahndamm hochschiesst, etwa dreissig Meter durch die Luft fliegt und schliesslich auf dem Dach eines Hauses zum Stehen – oder vielmehr liegen – kommt. Der Zug ist schon fast in Stettbach, als Olivia das Bild mit dem Auto auf dem Hausdach sieht. weiterlesen