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Vom Urvertrauen

Veröffentlicht am Montag, 17. August 2009, 14:16 | 1 Kommentar

Keinerlei Berührungsängste - auch bei grossen Tieren.

Keinerlei Berührungsängste - auch mit grossen Tieren.

Es kommt ja – wenn man seine Kinder nicht im fernsten Osten Sibirien aufzieht – immer wieder vor, dass die Kinder mit “Fremden” in Kontakt kommen, Leuten also, die nicht zum engen Familienkreis von Papa, Mama sowie Brüderchen und Schwesterchen gehören. Dass Kinder mit diesen Kontakten ganz unterschiedlich umgehen, ist nichts Neues: Die einen sehen sogar in den Grosseltern in erster Linie gefährliche Ungeheuer und schreien sich die Seele aus dem Leib, wenn diese ihren Anspruch auf eine Umarmung geltend machen wollen, die anderen sind unkompliziert und – falls man diesen Begriff auf Kleinkinder anwenden kann – extravertiert und offen.

Nun, Sohnemann gehört definitiv zur zweiten Kategorie. Zwar zeigt er bisweilen Anflüge von Verlegenheit, wenn beispielsweise Freunde, die wir selten sehen, zu Besuch kommen – doch das legt sich rasch. Der Umgang mit anderen Menschen ist für seine gute Laune kein Hindernis, und nach einem ersten Abtasten, fühlt er sich in keiner Weise mehr verunsichert. Wir uns dagegen schon. Wir haben uns nämlich verschiedentlich bei der Frage ertappt, ob wir unserem Sohn allenfalls zu wenig Liebe gegeben hätten, und er deshalb keinen wesentlichen Unterschied zwischen Eltern und Fremden macht. Dass das natürlich Unsinn ist, zeigt beispielsweise die jeweilige Begrüssung, wenn wir weg waren und er uns wieder sieht. Die ausgestreckten Ärmchen sind wirklich nur für uns reserviert.

Ich bin kein Psychologe und ich habe auch keinen entsprechenden Ratgeber – vielleicht hätte ich das tun sollen, und falls dem so ist möge man mir vergeben und in den Kommentaren Buchempfehlungen oder Links platzieren – aber, je länger ich darüber nachdenke, desto sicherer bin ich mir, dass wir in den ersten Monaten ein paar Dinge richtig gemacht haben. Sich ohne grosse Ängste mit anderen Menschen auseinanderzusetzen zeugt – so meine Überlegung – von einem gesunden Vertrauen in die Welt. Und davon hat Sohnemann eine Menge. So weit so gut. Sohnemann geht heute Nachmittag mit Mama zu einer Freundin, deren Tochter nicht über so viel Vertrauen verfügt und ihr Revier verteidigt. Mal sehen, ob es auch diesmal bei ein paar Beulen bleibt, oder ob sein Urvertrauen einen Kratzer kriegt…

Kommentare

Eine Antwort auf “Vom Urvertrauen”

  1. Marcel Henni
    31. Januar 2010 @ 13:22

    Eine Phase in welcher die Kinder fremdeln ist ganz normal, unsere hatten auch diese Phase, sie ist aber so schnell wieder vergangen wie sie aufgetaucht ist. Ich denke wenn man das Urvertrauen der Kinder fördert und sie nicht bedrängt, bekämpft man ihre Scheu vor Fremden oder Fremdem am besten. Hier hat es ein paar hilfreiche Tipps, wie man das Ur- und Selbstvertrauen der Kinder fördern kann:
    http://www.familienleben.ch/erziehung/selbstvertrauen

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