Wenn Babies wachsen

13. Mai 2010 | Von Papa | Kategorie: Papablog

Eines der ersten wirklich komischen Dinge, mit denen ich als Vater im Zusammenhang mit Säuglingen konfrontiert war, sind Wachstumsschübe. Ich war bis anhin davon ausgegangen, dass Babies kontinuierlich wachsen und sich entwickeln, sich laufend neue Fähigkeiten aneignen und ihre Entwicklung ein gleichmässig ablaufender Prozess ist. Denkste! Natürlich ist alles viel komplizierter – und genialer – eingerichtet.

Um es kurz zu machen – Die Faktenlage ist folgende:  Kinder erleben besonders in ihrer frühkindlichen Entwicklung mehrere Wachstumsschübe, während derer sie in kurzer Zeit einen grossen Entwicklungssprung machen und ganz plötzlich komplett neue Sachen lernen – völlig aus dem Nichts heraus. Bei unseren Kindern waren dies – und das ist recht typisch – auch die Zeiten, in denen sie das Sitzen, das Hochziehen oder – bei Mäuselchen ganz aktuell – das Gehen lernten.

Ursache für die Wachstumsschübe sind wachstumsbedingte Veränderungen im Nervensystem, welche dies begünstigen und damit nicht nur die Eltern sondern insbesondere auch das Kind überraschen. Das Problem ist, dass diese Schübe nicht nur mit dem Erwerb neuer Fähigkeiten sondern auch mit einer grossen Verunsicherung einhergehen. Die Kinder sind in dieser Zeit weinerlich und haben ein extremes Bedürfnis nach Nähe. Bei Sohnemann, welcher kein extremer Berühurungstyp ist, äusserte sich dies weniger stark, als bei Mäuselchen, welche  nur noch herumgetragen werden wollte und jedesmal, wenn sich Papa oder Mama abwandten, zu weinen begann. Bei beiden äusserten sich vor allem die späteren Wachstumsschübe nebst den genannten vor allem mit folgenden Anzeichen:

  • Extreme Ungeduld
  • Wutausbrüche, wenn etwas nicht gerade geht, wies soll
  • Einschlafprobleme
  • Essverhalten (Wir hatten ja keine Ahnung, wie viel ein Baby essen kann!)
  • Entdecken neuer Spiele
  • Allgemein heftige Stimmungsschwankungen (Typisch: Lachsalven mit Tränen in den Augen)

Während der ersten 60 Lebenswochen macht ein Kind normalerweise 8 solche Schübe durch, die erstaunlicherweise bei allen Kindern etwa zur gleichen Zeit kommen (massgeblich ist allerdings nicht das eigentliche Geburtsdatum sondern der errechnete Geburtstermin. Kinder die früher zur Welt kommen, werden die Schübe entsprechend später haben, Kinder die nach dem Termin zur Welt kamen, entsprechend früher).

Das schöne an den Wachsttumsschüben ist, sie gehen vorbei. Bei unseren Kindern dauerten sie jeweils etwa zwei Wochen und gingen dann in sehr angenehme Zeiten über, während denen die Kinder ihre jeweiligen neuen Fähigkeiten  ausprobierten und sich daran gewöhnten.

Eine sehr gute Zusammenfassung und vor allem eine Auflistung der ersten acht Wachstumsschübe finden Sie hier.

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